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Highland Park 12 Test: Einmal Orkneys und zurück

Was haben eigentlich Wikinger mit schottischem Whisky zu tun? Bei Highland Park ziemlich viel, zumindest wenn man sich die Flaschen und das Marketing anschaut. Drachen und nordische Motive gehören inzwischen zum festen Erscheinungsbild der Marke. Das passt ganz gut zur Geschichte der Orkney Inseln, die über Jahrhunderte stark von nordischem Einfluss geprägt waren.

Gleichzeitig erleben Wikinger gerade wieder einen kleinen kulturellen Boom. Serien, Games und Bücher greifen das Thema auf und auch Marken nutzen diese Bilder gerne. Dass Highland Park seine Whiskys in diesem Kontext inszeniert, dürfte also kein Zufall sein.

Mich beeindruckt dieses Marketing allerdings nur bedingt. Wobei Wikinger natürlich schon ziemlich cool sind 🙂 Freiheit, Plündern, Schwerter und Abenteuer… ähhm, genug davon, zurück zum völlig unvoreingenommenen Highland Park 12 Tasting.

Highland Park Destille auf den Orkney Inseln

Die Highland Park Brennerei liegt in Kirkwall auf der Insel Mainland, einer der größten der Orkney Inseln im Norden von Schottland. Die Region ist geprägt von rauem Klima, schroffen Küsten und großen Torfmooren. Der Torf für den Whisky stammt aus einem nahegelegenen Moor namens Hobbister Moor. Dieser Torf spielt eine wichtige Rolle im Stil der Whiskys aus der Destille. Zudem wird ein Teil der Gerste noch immer auf eigenen Malzböden gemälzt, was heute nur noch wenige schottische Brennereien praktizieren.

Gegründet wurde die Brennerei im Jahr 1798, womit Highland Park zu den ältesten noch aktiven Destillen in Schottland gehört. Der Legende nach geht die Geschichte auf den Kirchenmann Magnus Eunson zurück, der neben seiner Tätigkeit als Küster angeblich auch als Schmuggler tätig war und Whisky illegal destillierte. Ob diese Geschichte ganz der Wahrheit entspricht oder im Laufe der Zeit etwas ausgeschmückt wurde, ist schwer zu sagen, sie gehört aber fest zur Identität der Brennerei.

Im Laufe des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Highland Park zu einer etablierten Destille auf den Orkney Inseln. Heute gehört sie zum Spirituosenkonzern Edrington.

Highland Park 12 Jahre Eckdaten

• Region: Inseln (Orkney, Schottland)
• Brennerei: Highland Park Distillery
• Whiskytyp: Single Malt Scotch Whisky
• Alter: 12 Jahre
• Fassreifung: First Fill und Refill Sherryfässer
• Alkoholgehalt: 40 % Vol.
• Farbe: natürliche Farbe ohne Farbstoff

Der Highland Park 12 Jahre gilt für viele Whiskyfans als klassischer Einstieg in die Welt der Insel Whiskys. Die Kombination aus Sherryfass und Torf sorgt für einen vielseitigen und gut zugänglichen Charakter.

Und was kann der Highland Park 12?

Wie riecht er?

Im Glas zeigt sich der Highland Park 12 angenehm weich und ausgewogen. Zuerst steigen süße und fruchtige Aromen auf. Honig, Vanille und reife Früchte prägen den ersten Eindruck.

Kurz darauf folgen deutliche Sherry Noten mit Rosinen und etwas Würze. Dazu kommt ein leichter Rauch, der weich und zurückhaltend wirkt. Ergänzt wird das Aroma durch eine feine maritime Note, die an salzige Meeresluft erinnert.

Insgesamt wirkt die Nase rund und harmonisch, ohne dass ein einzelnes Aroma zu stark hervortritt.

Kann der Geschmack da mithalten?

Am Gaumen bestätigt sich dieser Eindruck. Eine angenehme Süße eröffnet den Geschmack mit Honig, Toffee und Vanille. Danach folgen fruchtige Nuancen und erneut die Einflüsse der Sherryfässer.

Der Rauch ist klar erkennbar, bleibt aber gut eingebunden. Er ergänzt die süßen und fruchtigen Noten, ohne dominant zu wirken. Auch hier tauchen wieder leicht maritime Eindrücke auf, die dem Whisky einen typischen Inselcharakter geben. Er wirkt insgesamt weich, rund und gut strukturiert.

Das Dorf ist geplündert, es folgt der Abgang

Der Abgang ist mittellang und angenehm trocken. Die Süße klingt langsam aus und macht Platz für Eichenholz und eine leichte Würze. Der Rauch bleibt noch eine Weile präsent und wird von einer feinen maritimen Note begleitet.

Fazit zum Highland Park 12 Test

Was soll ich sagen. Ich mag einfach die Kombination aus Sherry und Torf. Das ist natürlich sehr subjektiv, aber diese Mischung funktioniert einfach. Und sie funktioniert bei einigen der beliebtesten Whiskys überhaupt.

Auch beim Highland Park 12 geht diese Rechnung auf. Der Whisky verbindet Süße, Rauch und fruchtige Noten zu einem sehr stimmigen Gesamtbild. Gerade für Einsteiger ist das eine spannende Kombination, weil der Torf präsent ist, ohne den Whisky zu dominieren.

Besonders auffällig ist, wie ausgewogen dieser Single Malt wirkt. Die Aromen greifen sauber ineinander und nichts sticht unangenehm heraus. Genau diese Balance macht den Whisky vielseitig und angenehm zu trinken.

Für mich ist der Highland Park 12 deshalb ein rundes Gesamtpaket aus Sherryfass, leichtem Torfrauch und maritimem Inselcharakter. 90 von 100 Punkten. Ganz besonders, weil man hier für einen Einsteiger Single Malt echt was bekommt.

★★★★★★★★★☆

Posted by Chris in Tastings

The Deveron 12 Test – fruchtiger Highland Single Malt aus Macduff

Der The Deveron 12 Jahre ist ein klassischer Highland Single Malt Whisky aus der Macduff Brennerei. Zwölf Jahre Reifung in Eichenfässern sorgen hier für einen zugänglichen, fruchtbetonten Malt mit viel Süße und mildem Charakter. Kein lauter Whisky mit großen Ecken und Kanten – dafür ein angenehm zu trinkender Scotch, der besonders Einsteiger und Fans leichter Malts anspricht.

Macduff Brennerei und Deveron Whisky?

Eine eigene Deveron Destille gibt es übrigens nicht. Der Whisky stammt aus der Macduff Brennerei in den schottischen Highlands, genauer gesagt in Aberdeenshire am Ufer des Flusses Deveron. Nach diesem Fluss wurde der Single Malt benannt.

Die Macduff Destillerie wurde Anfang der 1960er Jahre gegründet und gehört heute zum Bacardi Konzern. Ein Großteil der Produktion landet traditionell in Blended Scotch Whiskys wie William Lawson’s. Dennoch hat sich der Single Malt aus der Brennerei über die Jahre einen guten Ruf erarbeitet.

Früher wurde der Whisky unter dem Namen Glen Deveron verkauft, bevor das Branding auf The Deveron umgestellt wurde. Trotz vergleichsweise geringer Bekanntheit galt er lange Zeit als eine der erfolgreichsten Marken im Portfolio des Konzerns.

Reifung und Eckdaten – wie entsteht der The Deveron 12 Jahre Malt?

Der The Deveron 12 reift rund zwölf Jahre in Eichenfässern. Dabei kommen sowohl ehemalige Bourbonfässer als auch Sherryfässer zum Einsatz, die für eine Kombination aus süßen, fruchtigen und leicht würzigen Aromen sorgen.

Whisky Fakten

Devron 12 Flasche und Umverpackung
Die Flasche macht auf jeden Fall was her
  • Region: Highlands
  • Brennerei: Macduff Distillery
  • Whiskytyp: Single Malt Scotch Whisky
  • Alter: 12 Jahre
  • Fassreifung: Bourbon- und Sherryfässer
  • Alkoholgehalt: 40 % Vol.
  • Färbung: mit Zuckerkulör angepasst

Die Lagerung in den Fässern sorgt für die typische Kombination aus Apfelnoten, Vanille und Karamell, die viele Macduff Abfüllungen prägt.

The Deveron 12 Tasting – welche Aromen zeigt der Highland Malt?

Nase – fruchtige Aromen mit Apfel und Zitrus

In der Nase zeigt sich der The Deveron 12 angenehm leicht und fruchtig. Besonders auffällig sind grüne Äpfel und Apfelblüten, begleitet von sanften Zitrusnoten. Dahinter entwickeln sich süße Nuancen von Vanille und ein Hauch Honig.

Im Hintergrund lassen sich außerdem leichte Getreidenoten sowie eine dezente Würze erkennen.

Geschmack – Süße, Karamell und weiche Bourbonnoten

Am Gaumen bleibt der Whisky weich und zugänglich. Süße Aromen von Karamell und Butterscotch stehen im Vordergrund. Dazu kommen wieder grüne Äpfel und eine leichte Zitrusfrische.

Die Fassreifung in Eiche bringt dezente Holznoten und eine sanfte Würze mit, ohne den Charakter zu dominieren. Insgesamt wirkt der Malt sehr rund und ausgewogen.

Abgang – mittellang, weich und leicht trocken

Der Abgang ist mittellang und angenehm mild. Karamell und eine leichte Süße bleiben noch eine Weile erhalten, während sich im Hintergrund eine leichte Trockenheit der Eiche bemerkbar macht.

Fazit – lohnt sich der The Deveron 12 Jahre Single Malt?

Der The Deveron 12 ist ein sehr ausgewogener Highland Single Malt Whisky. Er macht vieles richtig und wirkt insgesamt angenehm rund. Gleichzeitig fehlt ihm ein wenig Tiefe und Charakter, große Ecken und Kanten sucht man hier eher vergeblich.

Dafür lässt sich dieser Malt wunderbar entspannt trinken. Die fruchtigen Noten von Apfel, die Süße von Karamell und die leichte Zitrusfrische machen ihn zu einem perfekten Whisky für einen warmen Sommerabend.

Preislich ist der The Deveron 12 ebenfalls attraktiv. Für etwa 30 bis 35 Euro bekommt man hier einen zwölf Jahre gereiften Single Malt aus einer traditionsreichen Brennerei. Wer glatte und unkomplizierte Whiskys mag, wird hier definitiv auf seine Kosten kommen.

Bewertung: 85 von 100 Punkten.

★★★★★★★★⯨☆

Posted by Chris in Tastings

Ballechin 10 Test – Lagerfeuer pur

Der Ballechin 10 Jahre ist ein rauchiger Single Malt aus den schottischen Highlands und stammt aus der kleinen, traditionsreichen Brennerei Edradour Distillery. Während die Destillerie vor allem für ihren klassischen Highland-Malt bekannt ist, steht Ballechin für die torfige Variante des Hauses. Wer den Standardabfüller kennt, findet hier also gewissermaßen das rauchige Gegenstück (mehr dazu auch im Artikel Edradour 10 test)

Der Ballechin reift rund zehn Jahre überwiegend in ehemaligen Bourbon- und Oloroso-Sherry-Casks, was dem Whisky eine interessante Mischung aus Rauch, Süße und würzigen Fassnoten verleiht. Abgefüllt wird er mit 40 % Vol., zudem ist der Whisky kaltfiltriert und gefärbt.

Ballechin 10 Jahre Highland Single Malt – Herkunft, Brennerei und Hintergrund

Die Brennerei Edradour Distillery wurde bereits im Jahr 1827 gegründet und gilt als eine der kleinsten traditionellen Scotch-Destillerien Schottlands. Lange Zeit arbeitete sie nahezu handwerklich mit sehr kleinen Produktionsmengen. Seit 2002 gehört die Destillerie dem unabhängigen Abfüller Signatory Vintage Scotch Whisky Company, der den Betrieb modernisierte, ohne den ursprünglichen Charakter zu verlieren.

Der Name Ballechin verweist auf eine historische Farm-Destillerie in der Region, die im 19. Jahrhundert existierte. Mit dieser Marke knüpft Edradour an die Tradition rauchiger Highland-Malts an, eine Stilrichtung, die heute deutlich seltener geworden ist als etwa auf Islay.

Reifung und Eckdaten des Ballechin 10 Jahre Scotch

Der Ballechin 10 Jahre ist ein klassischer Highland Single Malt mit moderatem Torfrauch. Die Reifung erfolgt überwiegend in ehemaligen Bourbon-Fässern sowie zu einem Teil in Sherry-Casks, wodurch neben Rauch auch süßere und würzige Aromen entstehen.

Eckdaten

Der Ballechin 10 im Test
  • Alter: 10 Jahre
  • Region: Highlands, Schottland
  • Destillerie: Edradour
  • Fassreifung: Bourbon- und Oloroso-Sherry-Casks
  • Alkoholgehalt: 46 % Vol.
  • Farbstoff: keiner

Ballechin 10 – wie riecht er?

Im Glas zeigt sich der Ballechin 10 mit einer Mischung aus rauchigen und süßen Noten. Der Torfrauch erinnert eher an Lagerfeuer und trockenen Holzrauch als an die medizinisch-maritimen Aromen vieler Islay-Whiskys. Dahinter zeigen sich Vanille, Karamell und eine leichte Sherry-Süße.

Der Geschmack?

Am Gaumen wirkt der Whisky für sein Alter erstaunlich vielschichtig. Der Rauch bleibt präsent, wird jedoch von süßeren Bourbon-Noten, etwas Vanille und würzigen Fassanklängen begleitet. Zwischendurch tauchen immer wieder leichte Frucht- und Karamelltöne auf, die dem Malt eine gewisse Balance geben. Sehr ausgewogen, wenn auch ein wenig scharf.

Im Abgang kommt der Rauch klar durch, dazu gesellt sich eine leichte Süße. Gleichzeitig merkt man deutlich den Einfluss der Fässer, die mit würzigen Holznoten und etwas Karamell nachwirken.

Fazit zum Ballechin 10 Jahre Highland Scotch

Der Ballechin 10 ist ein spannender rauchiger Highland-Malt, der sich deutlich von klassischen Islay-Whiskys unterscheidet. Das Maritime fehlt, ebenso die starke medizinische Note – stattdessen erinnert der Rauch eher an ein Lagerfeuer. Für einen vergleichsweise jungen Whisky wirkt er zudem überraschend komplex und abwechslungsreich, wenn auch etwas scharf.

Besonders interessant ist die Kombination aus Rauch und Sherry-Einfluss, auch wenn dieser hier etwas dezenter ausfällt als bei manch anderen Abfüllungen. Insgesamt ein eigenständiger Scotch mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis. Aufgrund der Größe der Brennerei gehen die 45 €, die er kostet vollkommen klar. Für alle, die sich ein wenig Abseits des Mainstreams umschauen fast ein Muss.

Bewertung: 90 Punkte

★★★★⯨

Posted by Chris in Tastings

Tamnavulin Sherry Cask im Test – viel Lärm um nichts?

Ein günstiger Speyside Single Malt, der mit Sherryfässern veredelt wird. Das klingt zunächst nach einer ziemlich guten Kombination. Schließlich sind Sherry Casks oft ein Garant für intensive Aromen und eine gewisse Tiefe im Whisky. Doch funktioniert das auch bei einem sehr preiswerten Malt? Genau dieser Frage gehe ich im Tamnavulin Sherry Cask Test einmal nach.

Wer steckt hinter dem Tamnavulin Speyside Single Malt?

Die Tamnavulin Distillery liegt in der schottischen Speyside und wurde 1966 gegründet. Lange Zeit produzierte die Brennerei hauptsächlich Whisky für Blended Scotch und blieb als Single Malt eher im Hintergrund.

Heute gehört Tamnavulin zum Spirituosenkonzern Whyte & Mackay. Das Unternehmen ist wiederum Teil der Emperador-Gruppe, einem großen internationalen Spirituosenhersteller.

Reifung im Sherry Cask: Was steckt in der Abfüllung?

Der Tamnavulin Sherry Cask ist ein Speyside Single Malt ohne Altersangabe. Der Whisky reift zunächst in amerikanischen Bourbonfässern und erhält anschließend ein Finish in Sherry Casks. Abgefüllt wird der Scotch mit 40 Prozent Alkohol. Der Whisky ist gefärbt und kühlfiltriert.

Whisky Fakten: Tamnavulin Sherry Cask

Der Tamnavulin Sherry Cask
  • Alter: No Age Statement
  • Region: Speyside
  • Alkoholgehalt: 40 %
  • Fässer: Bourbon + Sherry Cask
  • Kühlfiltriert: Ja
  • Gefärbt: Ja
  • Preis: ca. 25 €

Wie riecht der Tamnavulin Sherry Cask?

In der Nase zeigt sich der Whisky zunächst recht leicht und süß. Typische Sherrynoten sind vorhanden, wirken aber eher zurückhaltend.

Es zeigen sich Aromen von Vanille, Rosinen und ein Hauch Aprikosen. Dazu kommen leichte Fruchtnoten, die an Apfel erinnern. Insgesamt wirkt das Aroma angenehm, aber auch etwas dünn.

Wie schmeckt der Speyside Whisky im Tasting?

Am Gaumen bestätigt sich der erste Eindruck aus der Nase. Der Whisky ist weich und leicht zugänglich, bleibt dabei aber eher schlank.

Süße Noten von Vanille und Sherry dominieren. Dazu kommen leichte Fruchtaromen, ein wenig Eiche und eine dezente Würze. Insgesamt wirkt der Tamnavulin allerdings etwas wässrig und bringt nicht besonders viel Substanz mit.

Gerade die Sherrynoten brauchen normalerweise mehr Körper, um sich richtig zu entfalten. Der Geschmack hält nicht, was die Nase Verspricht

Wie fällt der Abgang aus?

Der Abgang ist kurz bis mittellang. Die süßen Sherryaromen bleiben noch einen Moment erhalten, begleitet von leichter Würze und einem Hauch Eiche.

Große Überraschungen liefert das Finish allerdings nicht.

Fazit: Günstiger Sherry Cask Whisky oder verschenktes Potenzial?

Was soll man sagen. Auf der einen Seite ist der Tamnavulin günstig, deshalb darf man keine Wunder erwarten. Auf der anderen Seite packt man ihn in Sherryfässer. Manche würden sagen: ein wenig Perlen vor die Säue. Nicht böse gemeint. Aber ganz falsch ist der Gedanke nicht.

Dem Whisky fehlt schlicht etwas Substanz. Die Sherrynoten brauchen normalerweise mehr Körper und Tiefe, um wirklich zu glänzen. Dadurch wirkt der Tamnavulin stellenweise etwas wässrig.

Der Vorteil: Scharf ist er nicht. Trotz fehlender Altersangabe bleibt er angenehm mild und eignet sich damit durchaus für Einsteiger. Wenn man ihn einmal für rund 20 Euro sieht, kann man ihn ruhig mitnehmen. Bei 25 Euro würde ich persönlich eher ein paar Euro drauflegen. Für wenig Aufpreis bekommt man oft deutlich mehr Charakter ins Glas.

70 Punkte.

★★★★★★★☆☆☆

Posted by Chris in Tastings

Singleton 12 Jahre im Test – Was kann der Speyside Malt?

Der Singleton 12 aus Dufftown ist einer dieser Whiskys, die man regelmäßig im Supermarktregal sieht. 12 Jahre gereift, Speyside, Single Malt Scotch. Auf dem Papier klingt das nach klassischem Einstieg in die Welt des Malt Whisky. Doch wie gut ist er wirklich? Hier mein kompaktes Tasting.

Dufftown, Speyside – Woher kommt der Singleton 12?

Der Singleton of Dufftown stammt aus der Dufftown Distillery in der schottischen Speyside. Die Brennerei gehört zu Diageo und steht für zugängliche, eher weiche Malts.

Typisch Speyside sind fruchtige, runde Aromen mit wenig Ecken. Genau dieses Profil findet sich auch beim Singleton 12 wieder. Kein lauter Scotch, sondern ein Vertreter der Kategorie gefällig und solide.

Warum ist der Singleton 12 so günstig?

Der Whisky reift 12 Jahre und wird mit 40 Prozent Vol. abgefüllt. Zum Einsatz kommen überwiegend Ex Bourbon Casks. Das sorgt für Vanille, Süße und helle Fruchtnoten.

Kühlfiltrierung und Farbstoff sind in dieser Preisklasse üblich. Überraschend ist eher der Preis. Teilweise bekommt man die Flasche schon ab rund 25 Euro. Für einen 12 Jahre alten Single Malt Scotch ist das durchaus attraktiv und regelmäßig ein Schnapper im Supermarkt.

Nase – Fruchtige Aromen oder doch nur Süße?

In der Nase zeigt der Singleton 12, was man von einem Speyside Whisky erwartet. Apfel, Birne, Vanille und eine angenehme Süße steigen ins Glas.

Die Noten sind klar und sauber, aber nicht besonders komplex. Der Speyside bleibt zugänglich. Ideal für Einsteiger, die sich langsam an Single Malt herantasten wollen.

Geschmack – Hat der Singleton 12 genug Profil?

Am Gaumen setzt sich der Eindruck fort. Malz, Honig, etwas Karamell und wieder fruchtige Aromen prägen den Geschmack. Alles wirkt rund, weich und gut trinkbar.

Was fehlt? Ecken, Kanten, Überraschungen. Der Singleton macht nichts falsch, bleibt aber sehr berechenbar. Rauch sucht man hier vergeblich.

Abgang – Bleibt der Speyside lange im Gedächtnis?

Der Abgang ist kurz bis mittellang. Süße und leichte Frucht bleiben noch einen Moment, verabschieden sich aber zügig. Auch hier zeigt sich der Charakter des Whiskys. Unkompliziert, sauber, ohne große Tiefe.

Fazit – Guter Einsteiger Whisky oder zu brav?

Der Singleton 12 ist rund, aber eben auch sehr glatt. Ich würde ihn allen empfehlen, die den ersten Schritt weg vom Bourbon oder einem Blended Whiskey aus dem Supermarktregal machen möchten. Als Einsteiger Malt funktioniert er gut. Besonders, wenn man keinen rauchigen Whisky mag. Hier zeigt sich aber ein wenig die Schwäche. Er macht zwar alles richtig, aber auch nichts falsch, denn er bietet wenig Profil, bleibt aber massentauglich und sicher.

Preislich ist er top, gerade wenn man ihn für um die 25 Euro bekommt. Ein solider Speyside Whisky für den Einstieg. Mehr aber auch nicht.

★★★⯨☆ 75 Punkte.

Tipp: Wenn man Leute zum Sigle Malt trinken anfixen will, ist das eine gute Überlegung. Um die Weihnachtszeit gibt’s im Discounter immer schöne Geschenksets – schon muss man nicht mehr alleine trinken 😉

Posted by Chris in Tastings

Peat’s Beast Tasting und Test: Hust, röchel, Rauchmonster

Ein Name wie Peat’s Beast lässt wenig Spielraum. Hier geht es nicht um leise Töne, sondern um Rauch, Torf und Kraft. Der Single Malt richtet sich klar an Freunde kräftiger Islay-Whiskys. Doch kann das „Biest“ mehr als nur laut sein? Zeit für das Tasting des Biests.

Islay Single Malt vom Abfüller

Die genaue Brennerei wird nicht genannt, klar ist jedoch die Region – wer hätte es gesacht: Islay. Peat’s Beast stammt von einem unabhängigen Abfüller, der bewusst auf Transparenz bei den Eckdaten setzt, nicht aber beim Namen der Brennerei.

Es handelt sich um einen Single Malt Scotch Whisky, kein Blended. Der Fokus liegt eindeutig auf stark getorftem, peated Stil mit klarer Islay-DNA.

Herstellung & Eckdaten im Peat’s Beast Test

  • Abgefüllt wird die Standardversion mit 46 % Vol.
  • Nicht kühlfiltriert, ohne Farbstoffe.
  • Das Alter ist nicht angegeben.

Die Farbe: strohgelb mit hellen Reflexen. Das deutet auf eine eher klassische Fassreifung hin, vermutlich im Bourbon Cask, offiziell bestätigt ist das jedoch nicht.

Nase des Peat’s Beast: Hui, das kribbelt

Schon beim ersten Kontakt zeigt sich, wohin die Reise geht. Seespray, Lagerfeuerrauch und feuchte Erde steigen direkt in die Nase. Dazu kommen Torfmoos und nasses Gras.

Mit etwas Luft entwickeln sich fruchtige Noten von Birne und Apfel. Im Hintergrund liegt ein Hauch von frischem Brot. Die Aromen sind kräftig, aber nicht unausgewogen. Man merkt sofort: Das ist kein Leisetreter.

Gaumen – wie schmeckt er?

Im Geschmack hält der Peat’s Beast, was der Name verspricht. Kräftiger Rauch, dicker Torf, etwas Teer und eine cremige Lakritznote prägen das Bild. Der Whisky wirkt stark und strukturiert. Er brennt leicht – aber genau das gehört hier dazu. Wer einen sanften Dram sucht, ist falsch. Wer Druck und rauchige Intensität möchte, bekommt hier einiges geboten.

Trotz der Wucht bleibt der Geschmack klar. Kein Chaos, sondern ein deutlich rauchiger Stil mit Charakter.

Und der Abgang?

Der Abgang ist mittellang bis lang. Rauch und Torf bleiben präsent, dazu eine trockene Würze. Das leichte Brennen begleitet auch hier, wirkt aber stimmig zum Gesamtbild. Alles andere hätte mich jetzt auch gewundert 🙂

Fazit zum Peat’s Beast Tasting

Der Peat’s Beast ist ehrlich, stark und macht seinem Namen alle Ehre. Ja, er brennt ein wenig. Aber genau das erwartet man bei so einem peated Islay Whisky. Für rund 30 Euro ist das Preis-Leistungs-Verhältnis absolut überzeugend. Wer rauchige Single Malts mag, kann hier bedenkenlos zugreifen.

Unterm Strich ein kraftvoller, rauchiger Scotch mit klarer Ausrichtung. 82 Punkte.

★★★★☆

Ein kleiner Pluspunkt geht tatsächlich an die Verpackung – auch wenn ich mich sonst selten davon beeindrucken lasse.

Posted by Chris in Tastings

Kilchoman Sanaig Test & Tasting

Ein junger, unabhängiger Scotch von Islay, viel Rauch, viel Sherry. Der Kilchoman Sanaig weckt Erwartungen. Die Destille steht für Handwerk, eigene Gerste und klare Kante. Dinge, die in den letzten Jahrzehnten in der Whisky-Welt ein wenig abhanden gekommen sind und nun zurückkehren.

Kilchoman Destille auf Islay – Herkunft des Sanaig Single Malt

Kilchoman ist eine der jüngsten Destillen auf Islay. Gegründet 2005, setzt man hier bewusst auf das Farm-Distillery-Konzept: Ein Teil der Gerste stammt von den eigenen Feldern, gemälzt wird teilweise noch traditionell. Diese Nähe zur Rohware hebt Kilchoman von vielen anderen schottischen Brennereien ab. Im Kern geht es immer um stark getorften Single Malt mit klarer Handschrift. Neben dem bekannten Machir Bay bildet der Sanaig die sherrybetonte Variante im Portfolio.

Herstellung & Eckdaten des Single Malts

Der Kilchoman Sanaig ist ein Islay Single Malt Scotch Whisky ohne Altersangabe, er dürfte zwischen 4-5 Jahren haben. Abgefüllt wird er mit rund 46 % Vol., nicht kühlfiltriert und ohne Farbstoff. Die Reifung erfolgt überwiegend in Oloroso-Sherry-Casks, ergänzt durch Bourbon-Fässer. Die stark getorfte Gerste sorgt für kräftigen Rauch, während die Sherryfässer dunkle Fruchtnoten und Würze einbringen. Preislich liegt der Sanaig meist im Bereich um 40 bis 50 Euro, je nach Händler.

Nase im Kilchoman Sanaig Tasting – Rauch trifft Sherry

In der Nase zeigt sich sofort der typische Islay-Charakter. Rauch steigt auf, aber nicht brachial. Schwer zu sagen, ob es torfig oder medizinisch zugeht, da es schon sehr dezent ist. Dahinter liegen dunkle Früchte, Rosinen, etwas Karamell und würzige Noten aus dem Sherryfass. Mit etwas Zeit kommen maritime Anklänge, Malz und eine leichte Süße durch. Die Aromen wirken insgesamt stimmig und gut verwoben.

Gaumen – Aromen, Rauch und Malz

Am Gaumen trifft süßer Sherry auf trockenen Rauch. Dunkle Beeren, etwas Schokolade, Malz und eine spürbare Würze prägen das Bild. Der Torf bleibt präsent, aber kontrolliert. Der Sanaig wirkt vollmundig, die Fassreifung in Sherry- und Bourbon-Casks bringt Tiefe. Gleichzeitig merkt man seine Jugend: Ein leichtes Kratzen begleitet das Tasting, besonders in Verbindung mit den medizinischen und torfigen Noten.

Finish – Abgang im Kilchoman Sanaig

Der Abgang ist mittellang. Rauch und würzige Sherryaromen bleiben am Gaumen. Dazu gesellen sich trockene Holznoten und eine leichte Bitterkeit. Auch hier zeigt sich die jugendliche Kante noch einmal deutlich.

Fazit zum Kilchoman Sanaig

Der Kilchoman Sanaig ist ein exzellenter Single Malt mit klarer Ausrichtung. Sherry und Rauch sind sehr gut ausbalanciert, der Whisky wirkt insgesamt rund und durchdacht. Der Rauch ist eher dezent eingebunden und erinnert in seiner Art stellenweise leicht an den Bowmore 12, ohne ihn zu kopieren.

Der einzige Minuspunkt ist das junge Alter. Das leichte Kratzen in Kombination mit Rauch, Torf und einer Spur Medizin mindert für mein Empfinden das Gesamterlebnis etwas. Hier fehlt noch ein wenig Reife, um wirklich ganz oben mitzuspielen.

Unterm Strich bleibt ein qualitativ sehr guter Islay Single Malt Scotch mit eigenem Profil, spannenden Aromen und fairem Preis. 80 Punkte. Auf weitere Abfüllungen aus der Kilchoman Destille darf man sich definitiv freuen. Wichtig finde ich hier besonders, dass man auch ein Stück Idealismus kauft in einer Whiksy-Welt, die immer mehr von Konzernen, steigenden Preisen und Massenabfüllungen geprägt ist.

Posted by Chris in Tastings

Smokehead Islay Single Malt im Test

Der Smokehead Islay Single Malt ist ein schottischer Whisky, der von Anfang an keinen Zweifel daran lässt, wohin die Reise geht: Rauch, Torf und eine ordentliche Portion Islay-Charakter. Während viele Whiskys versuchen, möglichst gefällig zu sein, setzt dieser Single Malt bewusst auf Ecken und Kanten. Genau das macht ihn für Liebhaber rauchiger Abfüllungen so interessant.

Er richtet sich klar an Fans von peated Whisky. Wer mit Rauch bislang wenig anfangen konnte, sollte sich langsam herantasten. Wer dagegen genau das sucht, bekommt hier ein sehr ehrliches Tasting-Erlebnis.

Die Destille – die große Unbekannte

Hinter dem Smokehead steht kein klassisches Destillen-Branding. Abgefüllt wird der Whisky von Ian MacLeod Distillers. Von welcher Destille auf der schottischen Insel Islay das Destillat genau stammt, wird offiziell nicht kommuniziert. Diese Zurückhaltung gehört zum Konzept.

Fakt ist: Die Insel Islay steht wie kaum eine andere Region für stark getorfte, maritime Single Malt Whiskys. Rauch, Salz, medizinische Noten und eine gewisse Wildheit sind hier keine Ausnahme, sondern Stilmittel. Genau in diesem Umfeld ist auch der Smokehead zu Hause.

Herstellung und Eckdaten

Der Smokehead ist ein Islay Single Malt ohne Altersangabe. Er reift in Eichenfässern, häufig mit Bourbon-Vorbelegung, was für eine gewisse Süße im Hintergrund sorgt. Abgefüllt wird er mit rund 43 Prozent Alkohol. Er ist nicht kühlgefiltert, enthält jedoch Farbstoff.

Im Vergleich zu vielen klassischen Blended Whiskys setzt er klar auf Intensität statt auf Massenkompatibilität. Das merkt man bereits beim ersten Kontakt im Glas.

Wie riecht der Smokehead?

Schon in der Nase zeigt sich ein kräftiger, rauchiger Charakter. Torf und Lagerfeuer stehen deutlich im Vordergrund. Dahinter kommen maritime Noten zum Vorschein, begleitet von einer frischen, leicht zitronigen Komponente.

Mit etwas Zeit im Glas zeigen sich auch würzige Anklänge und eine feine Süße, die vermutlich aus dem Bourbon Cask stammt. Der Rauch bleibt jedoch das bestimmende Element.

Und wie schmeckt er?

Am Gaumen bestätigt sich der erste Eindruck. Der Smokehead ist intensiv, peated und direkt. Kräftiger Rauch trifft auf eine salzige Note, die typisch für einen schottischen Whisky von der Insel Islay ist.

Dazu gesellen sich Malz, eine leichte Süße und würzige Akzente. Trotz seiner Kraft wirkt der Single Malt nicht unausgewogen. Die Aromen greifen gut ineinander. Wer rauchiger Whisky sucht, bekommt hier genau das, was er erwartet – ohne Umwege.

Wie geht der Smokehead hinunter?

Der Abgang ist mittellang bis lang. Rauch und Torf bleiben präsent, begleitet von einer trockenen Würze. Die maritime Note klingt langsam aus, während eine dezente Eichenstruktur zurückbleibt.

Fazit zum SMOKEHEAD Islay Single Malt

Im SMOKEHEAD Islay Single Malt Test zeigt sich ein Whisky, der klar positioniert ist. Er will kein Everybody’s Darling sein. Stattdessen liefert er eine intensive, rauchige Erfahrung, wie man sie von der Islay Insel erwartet.

Preislich bewegt sich der Smokehead meist im moderaten Bereich und bietet dafür viel Charakter. Für Fans von peated Single Malt Whisky ist er eine interessante Option. Wer einen weichen, süßen Einsteiger-Whiskey sucht, sollte sich hingegen anderweitig umsehen.

★★★★☆

Unterm Strich ist der Smokehead ein ehrlicher, rauchiger Islay Malt mit starkem Auftritt – nichts für jeden, aber genau richtig für Liebhaber kräftiger Whiskys.

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Caol Ila 12 Jahre im Test — wie schmeckt er, was kann er?

Der Caol Ila 12 Jahre ist ein klassischer Single Malt Scotch Whisky von der schottischen Insel Islay. Er steht für einen rauchigen, maritimen Stil, gilt dabei aber als vergleichsweise zugänglich. Genau das macht ihn sowohl für Einsteiger in die Welt der torfigen Whiskys als auch für erfahrene Genießer interessant. Grund genug sich den Single Malt anzuschauen, der neben Größen wie Laphroaig oder Talisker gerne mal übersehen wird.

Eine Grundlagen zu dem Raucher

Die Caol Ila Distillery wurde 1846 gegründet und liegt in Port Askaig an der Ostküste Islays. Der Name bedeutet übersetzt „Sound of Islay“ und verweist auf die Meerenge zwischen Islay und Jura. Heute gehört die Brennerei zum Diageo-Konzern. Lange Zeit wurde ein Großteil der Produktion für Blends verwendet, erst später etablierte sich der 12-jährige als feste Single-Malt-Abfüllung.

Der Caol Ila 12 reift überwiegend in Ex-Bourbon-Fässern. Er wird mit 43 % vol. abgefüllt, ist kühlgefiltert und gefärbt. Stilistisch steht er für einen klaren, geradlinigen Islay-Charakter mit Rauch, Frische und maritimen Einflüssen.

Wie riecht der Caol Ila 12?

In der Nase zeigt sich zunächst eine saubere, frische Rauchigkeit. Dazu kommen maritime Noten, etwas salzige Meeresluft und helle Zitrusaromen. Der Torf ist definitiv da und nichts für schwache Nerven, ohne sich jedoch zu stark in den Vordergrund zu drängen. Insgesamt ein offener Eindruck, ohne die Faust aus dem Moor 🙂

Und wie schmeckt er?

Am Gaumen ist der Caol Ila 12 mittelkräftig und ausgewogen. Rauch und Torf stehen klar im Vordergrund, werden jedoch von einer dezenten Süße begleitet. Vanille, Zitrusnoten und eine leichte Salznuance  sorgen für mehr Struktur. Der Whisky wirkt dabei eher elegant als wuchtig und bleibt gut ausbalanciert.

Der Abgang ist mittellang. Rauch und Meeresbrise klingen noch eine Weile nach, begleitet von leichter Eiche und einer trockenen, salzigen Note.

Fazit zum Caol Ila 12

Der Caol Ila 12 Jahre ist ein klassischer, ausgewogener Islay-Single-Malt. Er bietet Rauch und maritime Aromen, ohne dabei zu extrem zu wirken. Kein Rauchmonster, sondern ein sauberer, gut trinkbarer Islay-Whisky mit Charakter. Zwei Worte: Rauch, unkompliziert.

Preislich liegt er meist im Bereich von etwa 40 bis 50 Euro und bietet dafür ein solides Preis-Leistungs-Verhältnis. Wenn man auf der Suche nach Alternativen ist und rauchige Whiskys mag, kann man hier zugreifen. Eine klare Empfehlung für alle, die einen zugänglichen, rauchigen Whisky suchen – egal ob als Einstieg oder als verlässlicher Dram für zwischendurch.

Posted by Chris in Tastings

Bowmore 12 Test – Eine Bewertung des Islay-Klassikers

Wenn es um Islay-Whisky geht, ist der Bowmore 12 Jahre ein Name, bei dem es unter Kennern und Einsteigern gleichermaßen klingeln dürfte. Dieser elegante Tropfen verspricht eine harmonische Mischung aus reichen Aromen und einer faszinierenden Geschichte. Im Rahmen dieser Verkostung werfen wir einen etwas genaueren Blick auf den Bowmore 12 Jahre.

Bowmore 12: Die Geschichte der Destille und der Ausbau

Die Bowmore-Brennerei, gegründet 1779 von David Simson, ist die älteste Brennerei auf Islay. Im Laufe der Jahre wechselte sie mehrmals den Besitzer, bis sie schließlich 1994 von der japanischen Suntory-Gruppe übernommen wurde, in deren Hand sie sich heute noch befindet. Die Brennerei zeichnet sich durch eine eigene Mälzerei aus.

Wie es sich für einen echten Inselbewohner gehört, wird für die Herstellung getorfte Gerste verwendet, welche in einer Stärke von etwa 25-30 ppm daher kommt. Die 12-jährige Reifung dieses Whiskys erfolgt sowohl in Bourbon- als auch in Sherry-

Eine Flasche des Bowmore 12, welche getestet wurde

Der Bowmore 12 hält meist nicht lange 🙂

Fässern. Vor der Abfüllung werden die verschiedenen Fässer dann vermählt.

Wie riecht der Bowmore 12?

Beim ersten Schnuppern enthüllt der Bowmore 12 Jahre eine sanfte Mischung aus Torfrauch und subtilen Sherry-Noten. Wie der Talisker 10, der in derselben Preisklasse unterwegs ist, überzeugt der Bowmore ebenfalls durch seine ausgewogene Balance. Die angenehme Rauchigkeit, gepaart mit Nuancen von Vanille und dunklen Früchten aus dem Sherry Cask, macht ihn zu einem idealen Einstieg für Anfänger, die die Welt der Islay-Whiskys erkunden möchten.

Wie Schmeckt der Bowmore 12?

In der Verkostung besticht der Bowmore 12 durch seinen sanften Abgang. Der Hauch von Meersalz verwebt sich elegant mit den süßen, fruchtigen Noten mit starken Zitrusfrucht-Anteilen, die von der Sherry-Fassreifung stammen. Dazu gesellen sich, etwas mehr im Hintergrund, Vanille und Honig. Genau hier liegt eigentlich auch die Stärke dieses Whiskys: Im ausgewogenen Verhältnis zwischen Rauch, Süße und Salz.

Fazit zum Bowmore 12

Hier muss ich vorsichtig sein, nicht zu nostalgisch zu werden :). Denn der Bowmore 12 war, wie (vermutlich) bei vielen anderen Menschen, der Einstieg in die Welt der rauchigen Whiskys und mir stets ein treuer Begleiter.

Die Rolle der Einstiegsdroge erfüllt er zugegebenermaßen auch mit Bravour und das liegt meiner Meinung nach an zwei wesentlichen Punkten. Zum einen aufgrund seiner angenehmen Komplexität, gepaart mit dem sanften Rauch. Zum anderen ist es das solide Preis-Leistungs-Verhältnis, was Bowmore an sich irgendwie sympathisch erscheinen lässt. Hier hat sich in den letzten Jahrzehnten wenig geändert. Hier sollte man auch noch ergänzen, dass auch die älteren Abfüllungen vergleichsweise günstig geblieben sind. Insgesamt gibt es von mir 85 Punkte.

Posted by Chris in Tastings