Der Singleton 12 aus Dufftown ist einer dieser Whiskys, die man regelmäßig im Supermarktregal sieht. 12 Jahre gereift, Speyside, Single Malt Scotch. Auf dem Papier klingt das nach klassischem Einstieg in die Welt des Malt Whisky. Doch wie gut ist er wirklich? Hier mein kompaktes Tasting.
Dufftown, Speyside – Woher kommt der Singleton 12?
Der Singleton of Dufftown stammt aus der Dufftown Distillery in der schottischen Speyside. Die Brennerei gehört zu Diageo und steht für zugängliche, eher weiche Malts.
Typisch Speyside sind fruchtige, runde Aromen mit wenig Ecken. Genau dieses Profil findet sich auch beim Singleton 12 wieder. Kein lauter Scotch, sondern ein Vertreter der Kategorie gefällig und solide.
Warum ist der Singleton 12 so günstig?
Der Whisky reift 12 Jahre und wird mit 40 Prozent Vol. abgefüllt. Zum Einsatz kommen überwiegend Ex Bourbon Casks. Das sorgt für Vanille, Süße und helle Fruchtnoten.
Kühlfiltrierung und Farbstoff sind in dieser Preisklasse üblich. Überraschend ist eher der Preis. Teilweise bekommt man die Flasche schon ab rund 25 Euro. Für einen 12 Jahre alten Single Malt Scotch ist das durchaus attraktiv und regelmäßig ein Schnapper im Supermarkt.
Nase – Fruchtige Aromen oder doch nur Süße?
In der Nase zeigt der Singleton 12, was man von einem Speyside Whisky erwartet. Apfel, Birne, Vanille und eine angenehme Süße steigen ins Glas.
Die Noten sind klar und sauber, aber nicht besonders komplex. Der Speyside bleibt zugänglich. Ideal für Einsteiger, die sich langsam an Single Malt herantasten wollen.
Geschmack – Hat der Singleton 12 genug Profil?
Am Gaumen setzt sich der Eindruck fort. Malz, Honig, etwas Karamell und wieder fruchtige Aromen prägen den Geschmack. Alles wirkt rund, weich und gut trinkbar.
Was fehlt? Ecken, Kanten, Überraschungen. Der Singleton macht nichts falsch, bleibt aber sehr berechenbar. Rauch sucht man hier vergeblich.
Abgang – Bleibt der Speyside lange im Gedächtnis?
Der Abgang ist kurz bis mittellang. Süße und leichte Frucht bleiben noch einen Moment, verabschieden sich aber zügig. Auch hier zeigt sich der Charakter des Whiskys. Unkompliziert, sauber, ohne große Tiefe.
Fazit – Guter Einsteiger Whisky oder zu brav?
Der Singleton 12 ist rund, aber eben auch sehr glatt. Ich würde ihn allen empfehlen, die den ersten Schritt weg vom Bourbon oder einem Blended Whiskey aus dem Supermarktregal machen möchten. Als Einsteiger Malt funktioniert er gut. Besonders, wenn man keinen rauchigen Whisky mag. Hier zeigt sich aber ein wenig die Schwäche. Er macht zwar alles richtig, aber auch nichts falsch, denn er bietet wenig Profil, bleibt aber massentauglich und sicher.
Preislich ist er top, gerade wenn man ihn für um die 25 Euro bekommt. Ein solider Speyside Whisky für den Einstieg. Mehr aber auch nicht.
★★★⯨☆ 75 Punkte.
Tipp: Wenn man Leute zum Sigle Malt trinken anfixen will, ist das eine gute Überlegung. Um die Weihnachtszeit gibt’s im Discounter immer schöne Geschenksets – schon muss man nicht mehr alleine trinken 😉

